Kosmetika ohne Tierversuche

Seit dem 11. März 2009 gibt es in der gesamten EU ein Verkaufs- und Vermarktungsverbot für Kosmetika, die in Tierversuchen getestet worden sind. Diese Verordnung gilt dabei nicht nur für das Endprodukt, sonder gleichermaßen auch für alle Inhaltsstoffe, die ausschließlich in Kosmetikprodukten verwendet werden.

In diesem Punkt hat man lange Zeit versucht, Verbraucherinnen in falscher Sicherheit zu wiegen, denn wie ein Mensch auf bestimmte Stoffe reagiert, kann eigentlich nicht mit Versuchen etwa an Ratten oder anderen Tieren untermauert und belegt werden.

Leider gibt es aber in diesem Punkt immer noch ziemlich große Gesetzeslücken die dringend geschlossen werden müssen. Sie haben nämlich zur Folge, dass jährlich immer noch etwa 38.000 Ratten, Mäuse und Kaninchen bei Versuchen und Tests für die Kosmetikindustrie sterben müssen. Dabei werden den Tieren meist mittels einer Magensonde die Testsubstanzen verabreicht, worauf sie sich oft stundenlang unter schweren Krämpfen, Durchfall, Fieber und Lähmungen dahin quälen. So soll die akute Giftigkeit von Chemikalien getestet und festgestellt werden - welch erschreckende Vorstellung!

Tierschutzorganisationen, Wissenschaftler und verschiedene Kosmetikhersteller haben nun eine ganze Reihe von Verfahren entwickelt, um an künstlicher Haut oder an Zellen aus Hühnereiern schädliche Chemikalienwirkungen ohne Tierversuche zu testen. Allerdings müssen die Forscher mit diesen neuen Methoden nicht nur in Europa sondern auf der ganzen Welt noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, damit jegliche Art von Tierversuchen endlich der Vergangenheit angehört.

Wer schon jetzt absolut sicher gehen will, dass er nur Kosmetik ohne Tierversuche kauft und verwendet, sollte deshalb ausschließlich zur Naturkosmetik greifen. Hier lehnen die Hersteller grundsätzlich jegliche Art von Tierversuchen ab und geben sie auch nirgends anders in Auftrag. Käuferinnen erkennen diese Produkte am Logo des Internationalen Herstellerverbandes gegen Tierversuche in der Kosmetik. Es zeigt eine schützende Hand über einem Kaninchen. Bei der Gewinnung und Verwendung der Rohstoffe wird grundsätzlich darauf geachtet, dass die Natur nicht zerstört wird und auch Genmanipulation ist hier kein Thema. Die strengen Rich tlinien, die für die Herstellung der Präparate gelten, sollten sich möglichst auch auf eine sparsame und umweltverträgliche Verpackung beziehen.

Viele Hautpflegeprodukte, Cremes und Öle lassen sich übrigens auch aus alt bekannten und bewährten pflanzlichen Zutaten die man teilweise im eigenen Garten anbauen kann, diese sind zudem noch wesentlich verträglicher. Dieser Trend hin zur eigenen Naturkosmetik aus Kräutern ist viel verbreiteter als allgemein angenommen wird. Wer sich mit dieser Thematik einmal eingehend beschäftigt, wird feststellen, dass viele Gräser, Blüten und Blätter die man im Wald, auf der Wiese oder im Garten finden kann für spezielle und wohltuende Masken, Bäder und Kompressen sehr gut geeignet sind.